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Die sieben Todsünden

 

Die Singphoniker als "kleinkarierte Familie" in Kurt Weills symphonischem Werk mit Solosopran.

„Die sieben Todsünden“ - gemeint sind hier die sieben Todsünden der Kleinbürger. Wenn es um die persönliche Karriere, den gesellschaftlichen Aufstieg geht, werden die Todsünden kurzerhand zu Tugenden erklärt.
Hauptfigur dieses Balletts mit Gesang ist das Mädchen Anna, das – in die Schizophrenie getrieben – als Anna I und Anna II auftritt. Die sieben Stationen der Heldin Anna, die in Amerika ihr Glück machen soll, stellen zugleich die sieben Todsünden dar: Hochmut, Neid, Wollust, Trägheit, Zorn, Völlerei und Geiz. Dieser Weg wird von ihrer Familie, dargestellt durch Die Singphoniker, farbenreich kommentiert.
Eine gleichsam starke wie ironische Musik hat Kurt Weill für das Orchester komponiert. Gelegentlich bestimmt der von „Mahagonny“ vertraute „Songstil“ dieses epische Musiktheater. Aber auch durchaus sinfonische Passagen weisen daraufhin, dass Kurt Weill die Musik nicht nur als dramatisches Vehikel verstanden wissen will.
Kurt Weill ist einer der bekanntesten Außenseiter des bürgerlichen Konzertbetriebes. Um so spannender ist die Auseinandersetzung mit seinem Werk: „Die sieben Todsünden“, 1933 in der Zeit des ersten Exils in Frankreich entstanden, ist die Frucht einer letzten Zusammenarbeit mit Bert Brecht.
„Die sieben Todsünden“ gelten als Meisterwerk des Künstler-Paares Brecht-Weill, das bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.